Das Kieler-Woche-Design – weltweit bekannt

An ihr jährlich neues Erscheinungsbild stellt die Kieler Woche höchste Ansprüche: Namhafte Grafiker*innen werden seit 1959 regelmäßig zum Wettbewerb für ein Corporate Design der Festwoche eingeladen.

Schon die Einladung ist eine Auszeichnung. Denn der Gestaltungswettbewerb genießt weltweit ein hohes Ansehen, zumal viele Motive mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet wurden.

Die Reihe mit bereits mehr als 70 Kieler-Woche-Plakaten seit 1948 ist weltweit einzigartig und ein eindrucksvolles Spiegelbild der jüngeren Grafik-Geschichte. Das Design muss seit 1974 auch auf verschiedensten Artikeln und Souvenirs - etwa Krawatten, Bechern oder Schlüsselanhängern - seine Wirkung zeigen.

 

Das Design 2020

Fünf internationale Büros mit 13 eingereichten Entwürfen waren für das Design 2020 im Rennen. Die Jury entschied sich am 3. September für den Entwurf von Jiri Oplatek aus Basel.

Das sagt die Jury:

Das Siegerplakat präsentiert sich humorvoll und emotional. Abenteuer, Ausgelassenheit und Freiheit, Begriffe, die die Kieler Woche charakterisieren, stellen sich beim Betrachten ein.

Formal überlagern und ergänzen sich geometrische Flächen zu einem detailreichen Formenspiel. Dieses Spiel schafft eine Vielzahl assoziativer Ebenen, die die Verbindung zwischen der Kieler Woche als Sommerfest und Segelwettbewerb herstellen. Neben der Freibeuter-Assoziation der Gesamterscheinung tauchen sukzessive Segel- und Wellenformen, abstrahierte Bootsklassen aber auch kartografisch Elemente auf.

Diese gestalterische Konzeption stellt formal und inhaltlich einen bisher noch nicht dagewesenen grafischen Ansatz im Kieler-Woche-Design dar. Das Motiv der Kieler Woche 2020 ist ungewöhnlich, humorvoll und selbstbewusst.
 

In der Jury saßen vier Fachjuror*innen, vier Sachjuroren und eine neunte Jurorin aus der Kieler Bevölkerung.

Die Fachgutachter*innen waren Andrew Goldstein vom Karlsruher Designteam 2xGoldstein (ständige Gutachter mit einer Stimme), die Berliner Designerin Ariane Spanier (ständige Gutachterin), Vorjahressieger Daniel Wiesmann sowie Philipp Dornberger (Leiter Kieler-Woche-Büro).

Ihnen saßen als Sachgutachter zur Seite: Hauke Petersen als Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Kieler Woche, Sven Christensen als Geschäftsführer der Point of Sailing Marketing GmbH, Dr. Carsten Krage als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Kieler Woche Marketing GmbH und Universitätspräsident Prof. Lutz Kipp, Vorsitzender des Kultur- und Wissenschaftssenats der Landeshauptstadt Kiel.

Einen weiteren Sitz in der Jury hatte Tania Apenburg vom Beirat für Menschen mit Behinderung der Landeshauptstadt Kiel. Das neunte Jurymitglied wechselt jährlich.

 

 
Entwurf von Jiri Oplatek

Alle Entwürfe in einer Ausstellung

Blicken Sie hinter die Kulissen des Designwettbewerbs: Ab Donnerstag, 5. September sind drei Wochen lang bis zum 27. September die für 2020 eingereichten Entwürfe im Rathaus zu sehen. Hier können Sie sich selbst in die Lage der Jury versetzen und ihr persönliches Lieblingsdesign küren.

Geöffnet montags bis freitags 8-18 Uhr, Eingangsbereich des Kieler Rathauses (Eingang Rathausplatz), Fleethörn 9.


Kieler-Woche-Jury und Stadtpräsident Hans-Werner Tovar (Dritter von rechts) mit Siegerplakat
Die Kieler-Woche-Jury mit Stadtpräsident Hans-Werner Tovar (Dritter von rechts) zeigt das Siegerplakat
 
Die Umsetzungsentwürfe
Umsetzungsentwürfe

Der Designer | Jiri Oplatek

 

Jiri Oplatek ist in Brno geboren. Nach seinem Studium an der Schule für Gestaltung in Basel arbeitete er von 2000 - 2003 als Grafiker bei ‹Meissner & Mangold› in Basel und gründete 2003 ‹Claudiabasel, Grafik + Interaktion› mit Thomas Bircher und Roland John.

Nach einer Gastdozentur an der HfG Karlsruhe / ZKM ist er seit 2012 als an der HGK Basel als Dozent für die Studiengänge Bachelor of Arts in Visueller Kommunikation und Master of Arts in Visueller Kommunikation und Bildforschung tätig.

 

 
Jiri Oplatek

Die anderen Designer*innen, ihre Entwürfe & Umsetzungen

Nach dem Studium der visuellen Kommunikation in Düsseldorf arbeitete Anna Berkenbusch drei Jahre als Gestalterin bei MetaDesign in Berlin und London. Ab 1982 war sie Geschäftsführende Gesellschafterin der Denk Neu! Gesellschaft für Kommunikation und gründete 1987 das Designbüro Anna B. in Berlin.

Seit 1989 ist Anna Berkenbusch in der Lehre tätig, seit 2003 ist sie Professorin für Kommunikationsdesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Sie ist Mitglied in Fachjuries und Beiräten im In- und Ausland und Gutachterin für den Wissenschaftsrat sowie für die Akkreditierung von Hochschulen.

In ihrem Berliner Büro gestaltete sie zahlreiche Filmplakate sowie die Ausstattungen für Veranstaltungen, Bücher und Kataloge, Erscheinungsbilder sowie Briefmarken. Anna Berkenbusch und ihr Studio Anna B. erhielten zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen.

Anna Berkenbusch
Entwurf Anna Berkenbusch
Entwurf Anna Berkenbusch

 

Entwurf Anna Berkenbusch
Entwurf Anna Berkenbusch

 

Entwurf Anna Berkenbusch
Entwurf Anna Berkenbusch

Anna Haas ist visuelle Gestalterin und führt seit 2011 ein Studio in Zürich. Sie studierte Illustration an der HSLU (Luzern, CH) und Grafik am Werkplaats Typografie (Arnhem, NL).

Heute arbeitet sie vorwiegend im kulturellen Bereich als Buchgestalterin, Plakatkünstlerin und illustriert für diverse Magazine im In- und Ausland. Sie ist Mitgründerin und seit 2014 Präsidentin des Vereins Illustratoren Schweiz, dem Betreiber der gleichnamigen Plattform. 2017 initiierte sie die Smartphone App ‹Book Cities›, ein non-profit Verzeichnis von unabhängigen Buchhandlungen.

Ihre Arbeit wurden mit renommierten Preisen, unter anderem dem ‹Swiss Design Award› und im Wettbewerb ‹Schönste Schweizer Bücher› ausgezeichnet und zweimal in Folge an der ‹Internationalen Design Biennale Brno› (CZK) gezeigt. 2016 erhielt sie den ‹Grand Prix of the 27th International Biennial of Graphic Design Brno›.

Seit 2014 unterrichtet sie an der HSLU (Luzern) Visuelle Kommunikation.

Anna Haas
Entwurf Anna Haas
Entwurf Anna Haas

 

Entwurf Anna Haas
Entwurf Anna Haas

Slawek Michalt lebt und arbeitet als Designer in Berlin. Seit 2007 entwickelt er mit seinem Büro für Gestaltung visuelle Konzepte für Auftraggeber aus den Bereichen Kunst, Kultur, Mode und Sport.

Neben seiner Tätigkeit als Gestalter unterrichtet er an Kunsthochschulen im In- und Ausland, darunter an der Universität der Künste Berlin und der China Academy of Art in Hangzhou.

Slawek Michalt ist für seine typografischen Plakate in der nationalen und internationalen Gestalter-Szene bekannt.

Slawek Michalt
Entwurf Slawek Michalt
Entwurf Slawek Michalt

 

Entwurf Slawek Michalt
Entwurf Slawek Michalt

Franziska Morlok, Jenny Hasselbach

Das Designbüro Rimini Berlin gestaltet seit 2007 gedruckte, digitale, filmische und räumliche Projekte, vor allem für Kund*innen aus dem kulturellen Bereich. Die Arbeit in unterschiedlichsten Medien und ein konzeptioneller, wie auch experimenteller Ansatz bilden die Basis der Projekte. Rimini Berlin arbeitet mit einem interdisziplinären Netzwerk.

Zu den Kernkompetenzen gehört die strategische und medienübergreifende Gestaltung von Kommunikationsmedien. Einer der Schwerpunkte ist das Publizieren. Mehrere Bücher sind unter anderem mit dem Type dem Directors Club „Award for Excellent Typography“ ausgezeichnet worden. Rimini Berlin hält Vorträge und gibt Workshops auf Festivals, Symposien und Konferenzen. Alle Studiogründer*innen sind aktiv an Kunsthochschulen und anderen künstlerischen Einrichtungen mit Professoren-, Lehr- oder Dozent*innentätigkeiten vertreten.

Rimini Berlin - Franziska Morlok und Jenny Hasselbach
Entwurf Rimini Berlin
Entwurf Rimini Berlin

 

Entwurf Rimini Berlin
Entwurf Rimini Berlin

 

Entwurf Rimini Berlin
Entwurf Rimini Berlin

Renommée seit 1948: Kieler-Woche-Plakate

Er ist ein eindrucksvolles Spiegelbild der jüngeren Grafik-Geschichte und international hoch angesehen: der Kieler-Woche-Grafikwettbewerb.

Sehen Sie hier alle Plakatmotive als Galerie.